Eine Konstellation, die in der Praxis bei einem Verkehrsunfall gar nicht so selten auftaucht, hat das AG Siegen, im AG Siegen, Urteil v. 25.07.2016 – 14 C 454/16 beschäftigt. Der Kläger hatte nach einem Verkehrsunfall das Auto reparieren lassen,  offenbar aber die fiktive Reparaturkosten geltend gemacht. Anschließend hat er den Pkw von einem Sachverständigen nachbesichtigen  und sich eine Reparaturbestätigung ausstellen lassen. Der Sachverständige berechnete hierfür € 40,- welche der Geschädigte dann vom Schädiger bzw. dessen Versicherer erstattet haben wollte – diese(r) sagte aber „Nein“. Das AG Siegen meint aber „Ja“ und hat die Beklagte entsprechend verurteilt und wie folgt ausgeführt:

"Die Klage ist zulässig und begründet. Der Kläger kann von der Beklagten die Kosten für die Nachbesichtigung des Fahrzeuges i.H.v. 40,- Euro verlangen, §§ 7,17 StVG, 155 VVG, § 249 ff BGB. Der Ersatzanspruch des Klägers umfasst auch die angefallenen Kosten i.H.v. 40 EUR für eine vom Sachverständigenbüro angefertigte Reparaturbestätigung. Die Kosten sind schon deshalb dem Grunde nach erforderlich im Sinne des §§ 249 Abs. 2 S. 1 BGB, weil für den Kläger die Gefahr besteht, dass er im Falle eines nochmaligen Unfalles mit der Behauptung konfrontiert werden kann, dass der Vorschaden nicht oder nicht hinreichend repariert worden sei. Gerichtsbekannter Weise wird diese Behauptung von der Versicherungswirtschaft jedenfalls seit Einführung des sogenannten Hinweis- und Informationssystems, mit welchem Unfalldaten teilweise zum Abruf für Versicherungsunternehmen bereitgehalten werden, in Fällen fiktiver Abrechnung eines Vorschadens derart regelmäßig erhoben, dass die Gefährdung bereits als schadensgleich anzusehen ist."