In Bußgeldverfahren wegen einer Verkehrsordnungswidrigkeit stellt sich oft die Frage, wer denn zum Zeitpunkt des Verstoßes der Führer des Kraftfahrzeuges gewesen ist. Wer nun auf die Idee kommt, eine andere Person als diejenige, die tatsächlich Kfz-Führer war anzugeben, der kann sich wegen einer falschen Verdächtigung strafbar machen. Einen ähnlichen Fall hatte das OLG Stuttgart im OLG Stuttgart, Urt. v. 23.07.2015 – 2 Ss 94/15 zu entscheiden. Die Bußgeldbehörde wurde dadurch in die Irre geführt, dass sowohl von dem Fahrer selbst als auch einer anderen, an dem Verstoß nicht beteiligten Person angegeben wurde, dass sie gefahren ist. Im Leitsatz der Entscheidung des Oberlandesgerichts  heißt es wie folgt:

"Führen der Täter einer Ordnungswidrigkeit und eine mit ihm zusammenwirkende, an der Tat unbeteiligte Person die Bußgeldbehörde bewusst in die Irre, indem sich die weitere Person selbst zu Unrecht der Täterschaft bezichtigt, kann dies für den Täter zu einer Strafbarkeit wegen falscher Verdächtigung in mittelbarer Täterschaft und für die weitere Person wegen Beihilfe hierzu führen."